Die Professionalisierung und wissenschaftliche Fundierung der Alphabetisierungsarbeit ist der Bundesregierung 30 Millionen Euro wert, die in 27 Projektverbünde fließen. Das Heft stellt erste Projektergebnisse vor und gibt den gegenwärtigen Vorhaben einen diskursiven Rahmen, der Begriffsklärungen und historische Einordnungen bietet.
Die theoretische Diskussion zur Alphabetisierungsarbeit ist im deutschsprachigen Raum weit mehr von einer Defizitorientierung geprägt als die angelsächsische Debatte. Mit dem vorliegenden Beitrag wird dieses Theoriedefizit verkleinert, in dem der ethnographische Forschungsansatz von Barton/Hamilton zu Local Literacies für eine Erhebung empirischer Literalitätspraxen rezipiert wird. Das vorgestellte Projekt untersucht anhand eines Hamburger Stadtteils, wie und wofür Lesen und Schreiben genutzt w…
Der Deutsche Volkshochschul-Verband hat im Rahmen des Projekts EQUALS statistische Daten zu Alphabetisierungskursen an Volkshochschulen erhoben, die im vorliegenden Beitrag vorgestellt und mit Daten aus dem Jahr 1994 verglichen werden. Die Zahl der Kurse ist gestiegen, die der Teilnehmenden auch. Die Leistung wird jedoch von weniger Einrichtungen als früher erbracht. Die Teilnehmenden sind im Vergleich zu 1994 älter und öfter Frauen. Die für den Volkshochschulbereich repräsentative Erhebung h…
Sind anhand internationaler Vorbilder differenzierte Alphabetisierungslevels zu finden, mit denen Fähigkeiten im Laufe eines Alphabetisierungsprozesses abgebildet werden können? Hierzu wird eine Auseinandersetzung mit dem US-amerikanischen »Komponenten- Ansatz«, den englischen »Entry Levels« und dem Ansatz »Untere Sprossen der Leiter« (Lower Rungs Approach) geführt. Ein Ergebnis ist die Orientierung an förderdiagnostischen Ansätzen – im englischsprachigen Raum als »Formative Assessment« bezeich…
In einem Rückblick wird die Geschichte der Alphabetisierungsdiskussion als eine in den 1970er Jahren beginnende, stark durch internationale Organisationen geprägte Debatte nachgezeichnet. Dabei wird die Dringlichkeit des Themas zunächst anhand internationaler Zahlen zur Verbreitung von Analphabetismus aufgezeigt. Der Autor sieht heutige Fragen und Themen bereits in den 1980er und 1990er Jahren vorgezeichnet und weist im Blick auf den aktuellen Förderschwerpunkt des Bundes darauf hin, dass das R…
Monika Tröster untersucht die Entwicklung der Bildungsmöglichkeiten im Bereich „Alphabetisierung/Grundbildung“ in Deutschland seit Ende der 1970er Jahre. Dabei stützt sie sich auf die Statistik der Volkshochschulen. Deren Kurse decken zwischen 80 und 90 Prozent des Gesamtangebots ab. Je nach Bundesland gibt es erhebliche Unterschiede in der Kursdichte bzw. Anzahl der Unterrichtsstunden. Insgesamt ist aber für den Untersuchungszeitraum ein konstanter Anstieg nachweisbar. Besondere Spitzen in der…
Alphabetisierung/Grundbildung ist in einen internationalen Kontext eingebettet und gilt als ein wichtiger Bestandteil des Konzepts vom Lebenslangen Lernen. Durch die OECD-Studie International Adult Literacy Survey (IALS) wurde die Bedeutsamkeit von Literalität unter der erwachsenen Bevölkerung unterstrichen. Die Kleinen DIE-Länderberichte Alphabetisierung/Grundbildung ermöglichen jeweils einen Einblick in die Thematik und den aktuellen Stand der Diskussion. Da es sich um einen komplexen Bereic…
Monika Tröster geht auf die Rahmenbedingungen und Strukturen in den USA ein, beschreibt Schwerpunkte der Alphabetisierungs- und Grundbildungsarbeit und stellt Good Practice Beispiele vor. Da auch die Frage nach der Nutzung der Neuen Medien in diesem Kontext relevant ist, werden spezifische Ansätze dazu präsentiert. Abschließend benennt sie Entwicklungstendenzen und Perspektiven. Der Bereich Adult Basic Education (ABE) und Literacy ist in den USA sehr komplex und uneinheitlich. Auf nationaler…