Das Vorhaben GrundbildungsPFADE auf einen Blick

Im Förderschwerpunkt „Grundbildungspfade“ erproben zehn regionale Verbundvorhaben, wie Bildungs-, Beratungs- und Qualifizierungsangebote für Erwachsene mit Grundbildungsbedarf besser aufeinander abgestimmt und miteinander verknüpft werden können. Ziel ist es, Übergänge zu verbessern, Abbrüche zu reduzieren und individuelle Lernwege anschlussfähiger zu gestalten.

Warum Grundbildungspfade?

Empirische Studien zeigen seit Jahren, dass ein erheblicher Teil der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland über geringe Grundkompetenzen verfügt. Laut LEO-Studie 2018 haben rund 6,2 Millionen Erwachsene Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben. Die PIAAC-Studie 2023 weist zudem darauf hin, dass etwa jeder fünfte Erwachsene nur über geringe Lese-, alltagsmathematische und problemlösende Kompetenzen verfügt.

Viele Erwachsene mit Grundbildungsbedarf finden bislang keinen Zugang zu Bildungs- und Beratungsangeboten oder brechen Lernprozesse ab, weil die Angebote nicht zu ihren Lernvoraussetzungen passen oder Anschlussmöglichkeiten fehlen. Grundbildungspfade setzen hier an, indem sie Orientierung schaffen, Zugänge erleichtern und langfristiges Lernen unterstützen.

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Grundbildungspfade Grundbildungspfade

Neue Wege in die Grundbildung

Das Kompetenzzentrum GrundbildungsPFADE begleitet und unterstützt zehn regionale Verbundprojekte bei der Entwicklung und Erprobung von Grundbildungspfaden. Ziel ist es, Übergänge zu verbessern, Abbrüche zu verringern und individuelle Bildungswege besser zu verzahnen.

An wen richten sich die Grundbildungspfade?

Erwachsene mit Grundbildungsbedarf sind keine homogene Gruppe. Lernvoraussetzungen, Lebenslagen und Unterstützungsbedarfe unterscheiden sich deutlich. Die Verbundvorhaben richten ihre Aktivitäten daher jeweils auf die identifizierten Zielgruppen in ihrer Region aus. Adressiert werden etwa arbeitssuchende Erwachsene, Beschäftigte und Auszubildende mit Unterstützungsbedarf, junge Erwachsene beim Übergang in Ausbildung und Beruf sowie zugewanderte Erwachsene mit Grundbildungsbedarf.

Eine wichtige Grundlage bildet das Orientierungspapier zu den Zielgruppen der Grundbildungspfade, das beschreibt, welche Personengruppen im Rahmen des Förderschwerpunkts im Fokus stehen und wie eine zielgruppengerechte Abgrenzung erfolgen kann.

Zum Orientierungspapier „Zielgruppen der Grundbildungspfade"

Höher, breiter, integrativer

Die Förderrichtlinie des BMBFSFJ hat den Blick auf die Gruppe gering Literalisierter erweitert und gibt die Leitlinien „höher, breiter, integrativer“ für die zehn Verbundvorhaben vor. „Höher“ meint, dass auch Menschen mit Alpha-Level 4 (fehlerhaftes bzw. langsames Lesen und Schreiben auf Textebene) Zielgruppe der Grundbildungspfade sein können. Unter „breiter“ ist zu verstehen, dass Grundbildung nicht nur Lesen, Schreiben, Rechnen, sondern etwa auch digitale, soziale und finanzielle Kompetenzen umfassen kann. „Integrativer“ reagiert auf die Tatsache, dass 47,4 % der gering literalisierten Erwachsenen in Deutschland eine andere Herkunftssprache als Deutsch haben. Deshalb sollen Angebote sowohl zugewanderte als auch in Deutschland aufgewachsene Menschen adressieren (siehe Abbildung „Leitlinien“).

Grafik: Bild Grundbildungspfade

Wie werden Grundbildungspfade praktisch umgesetzt?

Die Verbundvorhaben verfolgen unterschiedliche, auf ihre jeweiligen Regionen zugeschnittene Ansätze. Grundbildungspfade entstehen dabei nicht als geschlossene Programme mit linearen Etappen. Die Verbundvorhaben setzen vielmehr an Angeboten und Strukturen in ihren Regionen an, identifizieren Bedarfe und Lücken und entwickeln und erproben modellhaft ergänzende, vorbereitende oder begleitende Unterstützungsansätze. Gemeinsam mit unterschiedlichen Akteuren im Netzwerk verbessern sie dabei Zugänge zu den Zielgruppen und entwickeln bestehende Strukturen nachhaltig und grundbildungssensibel weiter.

Grafik: Bild Grundbildungspfade

Grafik: Bild Grundbildungspfade

Dazu gehört etwa, bestehende Beratungs- und Bildungsangebote besser miteinander zu verzahnen, vorbereitende Angebote zu schaffen, die den Einstieg in weiterführende Bildungswege ermöglichen (z. B. das Nachholen eines Schulabschlusses), sowie Formate wie Teilqualifizierungen oder die Pflegefachassistenz-Ausbildung grundbildungssensibel weiterzuentwickeln.

Allen Ansätzen gemeinsam ist, dass Grundbildungspfade nur durch eine enge, vernetzte Zusammenarbeit verschiedener Akteure gelingen. Je nach Zielgruppe und regionalem Kontext sind daran Bildungsträger, Beratungsstellen, Arbeitsverwaltung (Jobcenter, Agentur für Arbeit), Kammern, Unternehmen sowie weitere kommunale und soziale Einrichtungen beteiligt.

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