Der Kompetenzbegriff hat bereits seit den 1970er Jahren durch den Deutschen Bildungsrat Eingang in die pädagogische Diskussion gefunden. Dennoch wurde er erst in jüngster Zeit zum Gegenstand einer intensiveren Auseinandersetzung. Immer geht es dabei um jenes Potenzial der Individuen, das über die in Zertifikaten dokumentierten Wissensbestände und Fertigkeiten hinausgeht. In diesem Beitrag werden drei methodologisch unterschiedliche Ansätze zur Kompetenzerfassung und -entwicklung aus dem deutsch…
Prozessverläufe von Beratungen sind bislang ein nicht erforschtes Untersuchungsfeld in der Erwachsenenbildung. Es ist erforderlich, diese Forschungslücke für eine Professionalisierung der Beratung durch eine empirische Grundlagenarbeit zu schließen, da die Beratungsanforderungen wachsen. In diesem Aufsatz wird ein Forschungsdesign erläutert. Die methodische Anlage wird entwickelt und begründet.
Soll sich die Beratung als allgemein akzeptierte Dienstleistung zu Beginn des 21. Jahrhunderts durchsetzen, sind sowohl ein grundlegender Paradigmenwechsel, als auch die damit verbundene Entwicklung nachhaltiger Beratungsangebote notwendig. Die ständige Co-Evolution von Bedürfnissen der Ratsuchenden, der Wirtschaft und der Gesellschaft verlangt spezifische Kompetenzen zur Analyse und Bewältigung multipler subjektiver Realitäten, sozialer Kontexte, nicht-linearer Kausalitäten und dynamischer Mod…
Mit zunehmender Individualisierung von Bildungsverläufen wächst der Bedarf an Unterstützung bei der Suche nach maßgeschneiderten Bildungsangeboten. Die Beratung von Individuen und Organisationen gewinnt in diesem Kontext an Bedeutung. Das Heft nimmt sowohl theoretische Zugänge als auch bildungspolitische Entwicklungen in den Blick und widmet sich aktuellen Herausforderungen in unterschiedlichen Handlungsfeldern: der Qualifizierung von Berufsberater/inne/n, der Erforschung von Beratungsprozesse…
Das vom BMBF geförderte Forschungsprojekt „LeKo“ der Katholischen Bundesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung (KBE) hat untersucht, wie Lernerfolgskontrollen in allen Bereichen der Erwachsenenbildung sinnvoll einbezogen werden können und welche Einstellungen Teilnehmende dazu haben. Hier werden erste empirische Ergebnisse vorgestellt. Danach wird der pädagogisch-instrumentelle Wert entgegen landläufiger Meinungen mit einem Mittelwert von 3,73 auf einer Skala von 0 (= stimme überhaupt nicht…
„Vom Lernen zum Lehren“? Mit diesem Titel bewusst zuspitzend weist das vorliegende Buch den Weg von einer empirisch fundierten Analyse des Lernens Erwachsener zu einem lerngerechten didaktischen Handeln in der Weiterbildung. Mit diesem „DIE spezial“ legt das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE) eine im Feld lange ersehnte Zusammenschau interdisziplinärer Lern- und Lehrforschung vor. Das Buch geht zurück auf die Arbeit zweier internationaler Forschergruppen, die – initiiert vom DIE …
Was motiviert Erwachsene zu lernen? Sind alle Menschen, die an Weiterbildung teilnehmen, lernmotiviert? Und umgekehrt: Sind diejenigen, die nicht teilnehmen automatisch nicht lernmotiviert? Horst Siebert befasst sich in diesem Studientext mit zwei zentralen Themen der Weiterbildung und zeigt auf, dass das Verhältnis von Lernmotivation und Bildungsbeteiligung äußerst komplex ist. Auf der Grundlage von umfangreichen statistischen Materialien vermittelt er zunächst einen Überblick über die Datenl…
Ausgehend von konstruktivistischen, neurophysiologischen und lernpsychologischen Überlegungen muss als eigentlicher Lernort der Mensch bezeichnet werden, denn nur in ihm findet Lernen statt. Zugleich aber erfolgt Lernen immer im Wechselspiel mit kontextuellen Faktoren. Die äußere Umgebung – und damit auch lokale Gegebenheiten – beeinflussen die Verarbeitung von Informationen. Hierzu werden drei Beispiele genannt: (1) Die Loci-Methode verknüpft Gedächtnisinhalte mit Orten. (2) Die Ähnlichkeit ei…
Eine Glosse über Podiumsdiskussionen als meist unerfreulichem Teil von Tagungen und Konferenzen. Wegen unprofessioneller Moderation, einem übergroßen Harmoniebedürfnis und mangelnder Sprachbegabung der Diskutanten bleibt das Format in der Wahrnehmung des Autors hinter seinen Ansprüchen zurück, die da lauten: ein »spannendes« Gespräch zu inszenieren, Gegner zusammenzubringen, Unterschiede sichtbar zu machen oder Konsens herzustellen.
Etymologisch betrachtet bezeichnet »Validierung« einen Prozess, durch den einer Sache Robustheit oder Wert verliehen wird. Im Bildungsbereich zielt das – hier in der Serie »Glossar« zur Diskussion stehende – Wort auf den Prozess der Anerkennung und des Verwertbar-Machens informell erworbener Kompetenzen. Der Begriff »Validierung« ist damit das Pendant im Bereich des informellen Lernens zur »Zertifizierung« in Zusamenhängen der formalen Bildung