Angesichts der zunehmenden Entgrenzung des Lernens zeigt sich die Notwendigkeit, auch den Begriff des Lernortes neu zu dimensionieren. Ausgehend von einem Lernortverständnis, das sich an konkret-räumlichen Gegebenheiten im Rahmen organisierter Bildungsangebote orientiert, wird zunächst die Diskussion zum informellen Lernen für die Lernortdebatte fruchtbar gemacht, bevor auf das Verhältnis von Ort und Raum und die Bedeutung virtueller Lernorte bzw. -räume eingegangen wird. Der Beitrag kommt dabe…
Die Wiener Volkshochschulen haben ein Rahmencurriculum erstellt, das auf die acht europäischen Schlüsselkompetenzen des Lebenslangen Lernens ausgerichtet ist und nationale und europäische bildungspolitische Strategien wie den Europäischen Qualifikationsrahmen berücksichtigt. Im vorliegenden Beitrag werden die zentralen Elemente des Rahmencurriculums und seiner Nahtstellen zum Nationalen Qualifikationsrahmen am Beispiel des Programmbereichs Kunst und Kultur beschrieben. Kulturbewusstsein und kün…
Wie können die Leistungen des Weiterbildungsbereichs besser als bisher in den Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) einfließen? Aus einer trägerübergreifenden Arbeitsgruppe präsentiert der Autor konkrete Vorschläge: Schlüsselkompetenzen sollen niveaustufen-übergreifend abgebildet werden; in Weiterbildung erworbene formale Qualifikationen können Niveaustufen zugeordnet werden (hier: exemplarisch vollzogen für Niveau 6). Für die Einbeziehung non-formaler und informeller Weiterbildungskompetenzen v…
Der vorliegende Beitrag gibt Einblick in den theoretischen und empirischen Ort kultureller Erwachsenenbildung. Diese wird als eine Institution zur Schärfung der Sinne für das Ästhetische gefasst, das – in Anlehnung an Welsch – leicht in das Anästhetische kippen kann, eine Situation aufgehobener Empfindsamkeit. In einem zweiten, empirischen Zugriff wird die gegenwärtige Angebotslandschaft anhand dreier »Partizipations-Portale« systematisiert vorgestellt. Kulturelle Bildungsangebote können dem »s…
Anhand von Kommunikation und Körper zeigt der Beitrag aktuelle kulturelle Praxen auf und diskutiert die durch neue Technologien geprägten Optionen, die sich in unserem Alltag eröffnen und durch sehr unterschiedliche Gestaltungen genutzt werden. Es wird gefragt, welche Funktion Weiterbildung in diesem Wandlungsprozess zukommen wird. Der Autor nennt hier Reflexion kultureller Identitätsbildung, Aufbau kultureller Kompetenzen, ganzheitliche, Kopf, Herz und Körper integrierende Konzepte.
Mit RUHR.2010 stellt Deutschland dieses Jahr die Kulturhauptstadt Europas. In diesem Ereignis gipfelt die über die letzten Jahre wachsende Popularität von Museen und Kulturveranstaltungen. Aber Kultur ist mehr als Kulturbetrieb. Unsere Gesellschaft produziert unter den Einflüssen der Digitalisierung, Individualisierung, Migration und Globalisierung stets neue kulturelle Codes. Beide Phänomene stellen Anforderungen an die Erwachsenenbildung. Unser Land braucht eine kulturell sensible Erwachsenen…
Der Beitrag stellt erste Ergebnisse einer Studie vor, die sich mit dem Verbleib ehemaliger Teilnehmender an Alphabetisierungskursen beschäftigt. In der Annahme, dass Kurse der Erwachsenenbildung in der Regel einen Anfang und ein Ende haben, gehen die Autorinnen dem Phänomen nach, dass sich Teilnehmende im Bereich der Alphabetisierung eher durch ein dauerhaftes Verweilen im Kurs auszeichnen. Anhand des Datenmaterials rekonstruieren sie mögliche Motive des Verweilens, die schließlich in die Forde…
Dieser Beitrag fokussiert die Biographie als eigenständigen Forschungsgegenstand im Bereich der Erwachsenenbildung. Im Kontext der Alphabetisierungs- und Grundbildungsforschung werden derzeit die Auswirkungen von Alphabetisierungsmaßnahmen auf die Biographien und Lebensbewältigungsstrategien funktionaler Analphabeten intensiv untersucht. Dies ist mit beträchtlichen theoretisch-methodischen Herausforderungen verbunden. Dieser Beitrag erörtert die aktuellen Forschungsperspektiven sowie die Bedeut…
Der Beitrag beschreibt die »Dorfbildungstage« als ein spezifisches didaktisches Format, das in den Tälern der autonomen italienischen Provinz Südtirol verbreitet ist. Seine regionale Bedeutung enthält das Format durch die Einbeziehung eines inter-ethnischen Moments. In den ländlich geprägten Gemeinden, in denen sich das Trennende der ethnischen Gruppen immer wieder in den Vordergrund drängt, prägen die Dorfbildungstage eine Kultur gemeinsamer und ehrenamtlicher Gestaltung des Lernens im Dorf du…
Im Herbst 2009 jährt sich der Mauerfall und damit die Auflösung der Machtblöcke von Ost und West zum zwanzigsten Mal. Die Transformation der postsozialistischen Welt ist seither in vollem Gange und die Weiterbildung unterschiedlich involviert. Im Heft stehen vor allem die Prozesse eines Transfers von Strukturen und Konzepten der Weiterbildung im Fokus. Auf der Einbahnstraße der nachholenden Modernisierung mussten dabei Unfälle passieren (so erging es etwa der ersten Programmgeneration von QUE…