Wertedebatten sind immer schwierig. Sie stehen traditionell im Verdacht, eine übergeordnete Orientierung des Handelns restaurieren zu wollen, wo Wirklichkeit unübersichtlich geworden ist. Das Heft versucht ohne moralischen Zeigefinger auszukommen und beschreitet hierzu zwei Wege: Es untersucht erstens Prozesse der berufsethischen Vergewisserung der Erwachsenenbildung und ihre kodifizierten Manifestationen, z.B. Leitbilder. Zweitens versucht es ethischen Konflikten in der Erwachsenenpädagogische…
Erwachsenenbildung muss mit (oft knappen) Ressourcen haushalten und ist zugleich pädagogischen Idealen verpflichtet. Anhand von Leitbildern wird dargestellt, wie sich dieses Spannungsverhältnis zwischen den »Leitinstitutionen« Bildung und Wirtschaft in der Wertorientierung von Volkshochschulen niederschlägt. Gezeigt wird, dass sich Volkshochschulen in ihren Leitbildern auf »Bildung« rückbeziehen und dass zugleich jeweils unterschiedlich die Notwendigkeit wirtschaftlichen Handelns thematisiert w…
Im Zentrum des Beitrags steht der Umgang mit Wertkonflikten in Lehr-Lern-Situationen der Erwachsenen- und Weiterbildung vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen. Anhand der Darstellung und Interpretation eines Fallbeispiels aus einem Integrationskurs werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie Lehrende auf ein pädagogisch angemessenes und ethisch begründetes Handeln vorbereitet werden können.
Grundlegend für die Argumentation ist ein Begriffsverständnis, das unter Werten »große Prinzipien« versteht. Die Arbeit von Bildungseinrichtungen beruht auf Werten in diesem Sinne, kann sie aber nicht selbst garantieren. Deshalb kommt es darauf an, Werte sowohl im internen Diskurs der Weiterbildung bewusst zu machen, als auch sie in Bildungsveranstaltungen ausdrücklich zu thematisieren. Diese beiden Strategien werden für sinnvoller gehalten als das Herausarbeiten einer berufsspezifischen »Ethik…
Obwohl sich im Handeln von Erwachsenenbildnerinnen und Erwachsenenbildnern ethische Probleme unausweichlich stellen, hat die Erwachsenenbildung bisher keine Berufsethik ausgebildet, die ihnen Orientierung bietet und ihnen dabei hilft, ihr Handeln vor anderen und vor sich selbst zu legitimieren. Als mögliche Strategie zur Intensivierung des berufsethischen Diskurses schlägt der Autor eine wechselseitige Bezugnahme der Debatten um Berufsethik und Professionalisierung vor.