In heutigen Gesellschaftsformen wird Literalität als Voraussetzung für die Teilnahme sowohl im beruflichen als auch im privaten Bereich des täglichen Lebens betrachtet. Sie gilt als Menschenrecht, als Instrument der persönlichen Partizipation (empowerment). Auf internationaler Ebene besteht Konsens darüber, dass Literalität über Chancen entscheidet und den Zugang zu den heutigen Informationsgesellschaften eröffnet. Dennoch sind viele Erwachsene in Industrie- und Entwicklungsländern aufgrund ihr…
Dieser Studientext beschreibt den nationalen und internationalen Stand der Forschung zum Phänomen des funktionalen Analphabetismus. Der Autor grenzt Begrifflichkeiten voneinander ab, veranschaulicht Argumentationsstränge und schafft damit eine fundierte Basis zur Entwicklung neuer Perspektiven und Ansätze für die weitere empirische und theoretische Erforschung von Lese- und Schreibfertigkeitsdefiziten. Studierende der Erwachsenenbildung und interessierte Akteure im Umfeld der Alphabetisierung…
Im Rahmen des Projekts „Alphabit“ wurden mit Kursleitenden aus dem Bereich Alphabetisierung und Grundbildung telefonische Interviews durchgeführt. Sie konzentrierten sich u. a. auf die Aspekte „Teilnehmende in Kursen“, „Status der Kursleitenden“ und „Neue Medien“. Ziel der Interviews war es, die Möglichkeiten für den Einsatz von neuen Medien in der Alphabetisierungs- und Grundbildungsarbeit besser einschätzen zu können. Einige Aussagen der Kursleitenden geben Anlass zu einer kritischen Betra…
Die Professionalisierung und wissenschaftliche Fundierung der Alphabetisierungsarbeit ist der Bundesregierung 30 Millionen Euro wert, die in 27 Projektverbünde fließen. Das Heft stellt erste Projektergebnisse vor und gibt den gegenwärtigen Vorhaben einen diskursiven Rahmen, der Begriffsklärungen und historische Einordnungen bietet.
Die theoretische Diskussion zur Alphabetisierungsarbeit ist im deutschsprachigen Raum weit mehr von einer Defizitorientierung geprägt als die angelsächsische Debatte. Mit dem vorliegenden Beitrag wird dieses Theoriedefizit verkleinert, in dem der ethnographische Forschungsansatz von Barton/Hamilton zu Local Literacies für eine Erhebung empirischer Literalitätspraxen rezipiert wird. Das vorgestellte Projekt untersucht anhand eines Hamburger Stadtteils, wie und wofür Lesen und Schreiben genutzt w…
Der Deutsche Volkshochschul-Verband hat im Rahmen des Projekts EQUALS statistische Daten zu Alphabetisierungskursen an Volkshochschulen erhoben, die im vorliegenden Beitrag vorgestellt und mit Daten aus dem Jahr 1994 verglichen werden. Die Zahl der Kurse ist gestiegen, die der Teilnehmenden auch. Die Leistung wird jedoch von weniger Einrichtungen als früher erbracht. Die Teilnehmenden sind im Vergleich zu 1994 älter und öfter Frauen. Die für den Volkshochschulbereich repräsentative Erhebung h…
Sind anhand internationaler Vorbilder differenzierte Alphabetisierungslevels zu finden, mit denen Fähigkeiten im Laufe eines Alphabetisierungsprozesses abgebildet werden können? Hierzu wird eine Auseinandersetzung mit dem US-amerikanischen »Komponenten- Ansatz«, den englischen »Entry Levels« und dem Ansatz »Untere Sprossen der Leiter« (Lower Rungs Approach) geführt. Ein Ergebnis ist die Orientierung an förderdiagnostischen Ansätzen – im englischsprachigen Raum als »Formative Assessment« bezeich…
In einem Rückblick wird die Geschichte der Alphabetisierungsdiskussion als eine in den 1970er Jahren beginnende, stark durch internationale Organisationen geprägte Debatte nachgezeichnet. Dabei wird die Dringlichkeit des Themas zunächst anhand internationaler Zahlen zur Verbreitung von Analphabetismus aufgezeigt. Der Autor sieht heutige Fragen und Themen bereits in den 1980er und 1990er Jahren vorgezeichnet und weist im Blick auf den aktuellen Förderschwerpunkt des Bundes darauf hin, dass das R…