Wertedebatten sind immer schwierig. Sie stehen traditionell im Verdacht, eine übergeordnete Orientierung des Handelns restaurieren zu wollen, wo Wirklichkeit unübersichtlich geworden ist. Das Heft versucht ohne moralischen Zeigefinger auszukommen und beschreitet hierzu zwei Wege: Es untersucht erstens Prozesse der berufsethischen Vergewisserung der Erwachsenenbildung und ihre kodifizierten Manifestationen, z.B. Leitbilder. Zweitens versucht es ethischen Konflikten in der Erwachsenenpädagogische…
Grundlegend für die Argumentation ist ein Begriffsverständnis, das unter Werten »große Prinzipien« versteht. Die Arbeit von Bildungseinrichtungen beruht auf Werten in diesem Sinne, kann sie aber nicht selbst garantieren. Deshalb kommt es darauf an, Werte sowohl im internen Diskurs der Weiterbildung bewusst zu machen, als auch sie in Bildungsveranstaltungen ausdrücklich zu thematisieren. Diese beiden Strategien werden für sinnvoller gehalten als das Herausarbeiten einer berufsspezifischen »Ethik…
Obwohl sich im Handeln von Erwachsenenbildnerinnen und Erwachsenenbildnern ethische Probleme unausweichlich stellen, hat die Erwachsenenbildung bisher keine Berufsethik ausgebildet, die ihnen Orientierung bietet und ihnen dabei hilft, ihr Handeln vor anderen und vor sich selbst zu legitimieren. Als mögliche Strategie zur Intensivierung des berufsethischen Diskurses schlägt der Autor eine wechselseitige Bezugnahme der Debatten um Berufsethik und Professionalisierung vor.
Studiengänge der Erwachsenen- und Weiterbildung bereiten Studierende auf die Breite erwachsenenpädagogischer Tätigkeiten vor: Lehre ist nur ein erwachsenenpädagogisches Thema unter vielen. Diese Schwerpunktsetzung empfiehlt sich sowohl in professionstheoretischer als auch in berufspraktischer Hinsicht.
Manchen Einflüssen ist die Erwachsenenbildung einfach ausgesetzt: den bildungspolitischen Schwerpunktsetzungen der Europäischen Kommission etwa, den Ergebnissen international vergleichender Studien oder einem Interview in der ZEIT, in dem der Nobelpreisträger James Heckman Dinge sagt, die die Erwachsenenbildung betreffen. Was diese Impulse bedeuten, leuchten die Beiträge von Tippelt und Schmidt-Hertha sowie das Gespräch« aus. Andere Impulse möchte die Redaktion bewusst setzen. Zu diesem Zweck…
Eine Glosse über Podiumsdiskussionen als meist unerfreulichem Teil von Tagungen und Konferenzen. Wegen unprofessioneller Moderation, einem übergroßen Harmoniebedürfnis und mangelnder Sprachbegabung der Diskutanten bleibt das Format in der Wahrnehmung des Autors hinter seinen Ansprüchen zurück, die da lauten: ein »spannendes« Gespräch zu inszenieren, Gegner zusammenzubringen, Unterschiede sichtbar zu machen oder Konsens herzustellen.