Mehr Sichtbarkeit für Grundbildung: Dialogforum liefert wichtige Impulse

Im dritten Dialogforum, „Grundbildung im kommunalen Bildungsmanagement und in der Bildungsberichterstattung“, des Kompetenzzentrums ging es um die Frage, wie Grundbildung in kommunalen Bildungslandschaften verankert werden kann.

Am 22.04.2026 fand im Rahmen von Grundbildungspfade das dritte Dialogforum statt. An der von LRNK und DIE durchgeführten und von Theresa Quadflieg (LRNK) moderierten Online-Veranstaltung nahmen ca. 40 Mitarbeitende der Verbundprojekte und Netzwerkpartner teil.

Impulse aus Wissenschaft und Praxis

Das Dialogforum diente dem Austausch darüber, welche Rolle kommunale Bildungsberichterstattung für die strukturelle Verankerung von Grundbildung spielen und wie die Sichtbarkeit von Grundbildung im kommunalen Bildungsmanagement erhöht werden kann. Nach einer Einführung durch Carolin Seelmann, Dr. Selin Arusoglu und Julia Klausing (involas Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik GmbH) lieferten drei Perspektiven zentrale Impulse für die anschließende Diskussion mit den Teilnehmenden:

  • Wissenschaft: Hannah Edler (DIE) gab Einblicke in Ansätze des kommunalen Bildungsmonitorings.
  • Projektpraxis: Carolin Seelmann und Dr. Selin Arusoglu (involas) berichteten aus dem Verbundvorhaben NetzWege.
  • Kommunale Praxis: Dr. Simone Mazari (Stadt Offenbach) stellte Anliegen und Herausforderungen aus der kommunalen Bildungsberichterstattung vor.

Die drei Vorträge machten deutlich, wie wichtig die Ausweitung und Vereinheitlichung der Datenlage und ein regelmäßiges Monitoring sind, um Angebote auf die Bedarfe von Zielgruppen zuschneiden und konkrete kommunale Empfehlungen ableiten zu können. Zudem gingen aus den Beiträgen wertvolle Impulse hervor, wie auf Basis bereits bestehender Instrumente auch Daten in der Grundbildung zukünftig besser erschlossen werden können. Die Verknüpfung quantitativer und qualitativer Daten wurde in diesem Zusammenhang als besonders relevant hervorgehoben und als wichtige Perspektive angeregt, da sie eine bedarfsgerechte Steuerung ermöglicht, zur Entwicklung zielgruppengerechter Angebote beiträgt und fundierte Argumentationsgrundlagen gegenüber Politik und Verwaltung schafft.

Auch im anschließenden Dialog mit den Teilnehmenden zeigte sich, dass die Einbindung von Grundbildung in die kommunale Bildungsberichterstattung und das Bildungsmanagement als ein wichtiger Baustein betrachtet wird, um die Sichtbarkeit des Themas in kommunalen und bildungspolitischen Diskursen zu erhöhen, dass gleichzeitig jedoch auch weitere strukturelle und politische Ansatzpunkte notwendig sind, um das Thema breiter in kommunalen und bildungspolitischen Kontexten zu verankern.

Fragen, Herausforderungen und nächste Schritte

Das Dialogforum eröffnete zudem Raum für die Diskussion und Klärung offener Fragen, da viele der Teilnehmenden bislang nur wenige Berührungspunkte mit dem Thema hatten. Insbesondere die Übertragbarkeit in die eigene Praxis kristallisierte sich dabei als wichtiges Anliegen. Gleichzeitig wurden unterschiedliche Herausforderungen thematisiert, etwa die begrenzten zeitlichen Ressourcen für eine Umsetzung im Rahmen der Projektarbeit.

Abschließend tauschten die Teilnehmenden sich über weitere mögliche Schritte aus, um Grundbildung in der eigenen Kommune sichtbarer zu machen. Fragen, die sich hier anschließen, sind beispielsweise: Wie gelingt ein sensibler, anschlussfähiger Zugang zu relevanten Akteuren wie Bildungsbüros, Fachstellen oder anderen kommunalen Akteuren? Wie eng oder weit sollte die Definition „Grundbildung“ für Bildungsberichterstattung und Monitoring gefasst werden?

Zur Vertiefung dieser und weiterer Fragestellungen wurde im Dialogforum die Gründung einer Arbeitsgruppe zum Thema „Grundbildung im kommunalen Bildungsmanagement“ angeregt. Wenn Sie Interesse haben, sich daran zu beteiligen und/oder über weitere Entwicklungen informiert zu bleiben, können Sie sich sehr gerne unverbindlich in die Forms-Abfrage eintragen.

zur Anmeldung

Auch auf der anstehenden Bundeskonferenz Kommunales Bildungsmanagement 2026 am 16. und 17. Juni wird das Thema weitergeführt. Die Fishbowl „Mehr Bildungsgerechtigkeit durch kommunale und nachhaltig verankerte Grundbildung“ bietet einen Rahmen für die gemeinsame Diskussion mit Dr. Sabine Schwarz (Kompetenzzentrum GrundbildungsPFADE), Nora Schrimpf (Geschäftsführung Arbeit und Leben Hessen, Verbundkoordination NetzWege: Grundbildung kommunal neu denken) und Dr. Judith Lechner (Stellvertretende Leitung der Volkshochschule Hanau und Leitung des Grundbildungszentrums Hanau).

Weiterführende Einblicke bietet die Dokumentation des Dialogforums, in der neben zentralen Diskussionsergebnissen auch die Präsentationen der Impulsvorträge enthalten sind.

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