Kompetenzen feststellen und entwickeln

Diagnostik als wichtiger Baustein von Grundbildungspfaden

Der beim jährlichen Vernetzungstreffen im November 2025 durchgeführte Workshop zu „Kompetenzfeststellung und Kompetenzentwicklung“ hat verdeutlicht, dass Diagnostik ein wichtiger Baustein für die Entwicklung von Grundbildungspfaden ist. Da vonseiten der Teilnehmenden aus den regionalen Verbundvorhaben ein hohes Interesse bestand, an den genannten Fragestellungen weiterzuarbeiten, wurde eine Fach- und Entwicklungsgruppe gegründet.

Individuelle Zugänge und Voraussetzungen

Beim jährlichen Vernetzungstreffen der Verbundvorhaben und des Kompetenzzentrums der Förderrichtlinie „Grundbildungspfade“ im November 2025 in Berlin fanden vier parallel stattfindende Workshops zu unterschiedlichen Schwerpunkten statt. Der Workshop „Kompetenzen und Kompetenzentwicklung – Instrumente und Strategien“ hat verdeutlicht, dass die Begleitung bei der Kompetenzentwicklung der Teilnehmenden ein wichtiges und herausforderndes Element der Förderangebote darstellt.

Innerhalb des Workshops brachten drei Expertinnen aus den Verbundvorhaben Zukunftswege, AoG-plus-TQ sowie GriPS ihre Herangehensweisen und Fragestellungen aus den jeweiligen Pfaden als Impulse ein. Die Diskussion mit den Teilnehmenden zeigte, wie individuell die Zugänge und Voraussetzungen in den Pfaden sind, auch, was die Nutzbarkeit bestehender Instrumente angeht. In der gemeinsamen Arbeit im Workshop wurde daher zunächst eine Systematisierung und Übersicht bestehender Kompetenzfeststellungsverfahren initiiert.

Herausforderungen bei der Kompetenzfeststellung

Der Workshop machte deutlich, dass sich alle Grundbildungspfade-Projekte damit befassen, welche Kompetenzen der begleiteten Zielgruppen gefördert werden sollen und mit welchen Instrumenten diese gemessen werden können. Eine grundlegende Herausforderung ist, dass je nach Pfad unterschiedliche, oft mehrere Kompetenzbereiche gefragt sind und dafür verschiedene Tools nötig sind. Das können Sprache und Schriftsprache, mathematische Fähigkeiten oder auch Future bzw. Soft Skills wie z.B. Selbstwirksamkeit, Motivation und Teamfähigkeit sein. Zwar gibt es für die Förderung von Grundkompetenzen bereits Testverfahren und -instrumente insbesondere im Bereich der Schriftsprache und Sprache, doch müssen diese stets für die Pfade praktisch nutzbar gemacht werden. Auch die praktische Anwendung kann herausfordernd sein. Zum Beispiel, weil Diagnostik von den Teilnehmenden als förderlich wahrgenommen werden sollte und weil sie den strukturellen Gegebenheiten der Nutzer:innen angepasst werden muss – etwa im Unterricht oder in der Beratung.

Insgesamt zeigte der Austausch, dass die Projekte in der Regel auf bestehende Instrumente zurückgreifen, dass sie diese aber in ihre Förderkonzepte integrieren und teilweise anpassen müssen. Wie dies gelingen kann und welche Instrumente sich eignen, ist Teil der gemeinsamen Arbeit. Eine weitere Frage wird die nach Anerkennung und Anschlussfähigkeit von Kompetenzfeststellungsverfahren über das Grundbildungsfeld hinaus sein. So sollen mögliche Lücken identifiziert werden, um die Anschlüsse von Lernenden auf den Grundbildungspfaden zu stärken.

Ziele der Fach- und Entwicklungsgruppe

Die Fach- und Entwicklungsgruppe setzt sich aus Teilnehmenden aller regionalen Pfade-Projekte zusammen und wird vom Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V. organisiert und moderiert. Beim ersten eigenständigen Treffen der Fach- und Entwicklungsgruppe wurden regelmäßige, digitale Treffen (alle zwei Monate) verabredet und wichtige Eckpunkte der gemeinsamen Arbeit definiert. So wurden als Ziele und Anliegen erstens eine Systematisierung der Instrumente und Tools und Erfahrungsaustausch gesetzt. Zweitens sollen praktische Fragen der Einführung und Anwendung von Kompetenzstellungsverfahren bei Lernbegleitungen, Berater:innen und Lehrkräften besprochen werden. Grundsätzlich sind auch theoretische Fragen wie die nach der Zielstellung, also der Funktion, der Notwendigkeit und des Zwecks von Diagnostik(en) Bestandteil der Arbeit.

Die Fach- und Entwicklungsgruppe bietet einen Rahmen, in dem die regionalen Verbundvorhaben unterstützt vom Kompetenzzentrum vom jeweiligen Wissen und den Erfahrungen der anderen beim Thema Kompetenzfeststellung und -entwicklung profitieren können.

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